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Theater/Musiktheater
FELICE B. AUF DIE COUCH GELEGT oder Kafka privat
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Bereich:
Sprechtheater
Bild:
FELICE B. AUF DIE COUCH GELEGT oder Kafka privat
Beschreibung:
"Besser Schriftverkehr als gar kein Sex"
Wien-Klosterneuburg. theater-JA.KOMM legt Felice Bauer auf die Therapiecouch. Das aktuelle Projekt beschäftigt sich mit Kafkas Verlobter. In Form einer theatralen Therapiesitzung unter ärztlicher Aufsicht, wird der Klassiker Kafka menschlich - greifbar und ganz privat gezeigt. theater-JA.KOMM nimmt dabei vor allem seine Verlobte, die Büroangestellte Felice Bauer beim Empfang seiner Briefe etwas genauer unter die Lupe. Sie wird vom leidenschaftlichen Briefeschreiber Franz Kafka mit Post überhäuft und kommt mit dem Antworten kaum nach. Romantische Fernbeziehung oder krankhafter Briefterror? Während Felice um erklärende Worte ringt, stöbern wir in Kafkas Tagebüchern und versuchen uns als Frauen des 21. Jahrhunderts unseren eigenen Reim darauf zu machen - nicht ohne wissenschaftliche Unterstützung und ärztlicher Aufsicht des Psychiaters und Kafka-Experten Prof. Hinderk M. Emrich. Gab es auch bei Kafka Beziehungsmuster,in die er sich immer wieder verstrickte? Warum? Wie fühlt sich das an, wenn man drei Mal täglich Post von Franz Kafka bekommt - und dessen Mutter heimlich mitliest? Wie könnten Felice Bauers Antworten gelautet haben? Und: Ist Schriftverkehr besser als gar kein Sex?

FELICE B. AUF DIE COUCH GELEGT ist die dritte Zusammenarbeit zwischen Eva Jankovsky (theater-JA.KOMM, Wien) und Miriam Sachs (FILM RISS THEATER, Berlin). Im Kleistjahr 2011 setzte das Theaterduo den Klassiker Heinrich von Kleist in Miriam Sachs' Küche, (KLEIST IN MEINER KÜCHE) Roman von Miriam Sachs, Regie Eva Jankovsky, uraufgeführt im Theater Pygmalion. Jetzt legen die beiden Felice Bauer auf die Therapiecouch. Diese Maßnahme scheint aus heutiger Sicht bitter nötig, obwohl die bodenständige Stenotypistin, später sogar Prokuristin bei einer Firma für Diktiergeräte, relativ gelassen umging mit dem Briefterror, den Beziehungs-Achterbahnfahrten, dem Verlobungs-Entlobungs-Hin-Und-Her. Oder entsteht dieser Eindruck, weil nur Kafkas Briefe von der Korrespondenz erhalten sind? Er hatte sie dringend gebeten, seine Briefe aufzubewahren, ihre sind nicht erhalten. Ihr Gefühlszustand, ihre möglichen Antworten sind somit das Fragezeichen, das in dieser Doku-Fiktion und in unseren Assoziationen auf der Bühne erst greifbar wird.

ein Film-Schauspiel-Wissenschaftsexperiment
Unsere spekulative Inszenierung lebt von Improvisation, Trickfilmcollagen und der analytischen ärztlichen Aufsicht von Prof. Hinderk M. Emrich, der bereits in mehreren Projekten von Miriam Sachs mitwirkte: 2012 untersuchten sie gemeinsam den Langzeit-Kriegsheimkehrer Odysseus auf Posttraumatische
Belastungsstörung, 2011 diskutierten sie mit Freunden, Kollegen und Verwandten Heinrich von Kleists die Frage "Selbstmord - eine Zumutung?": Das Zusammentreffen von Inszenierung, Improvisation und Wissenschaft in Sachen Klassiker, das Verschmelzen von Forschung und Fiktion zu dokufiktionalen Formaten interessiert Miriam Sachs besonders. Hier liegt auch die klare Überschneidung mit der Theaterarbeit von Eva Jankovsky (Schauspielerin/ Regisseurin/ Autorin) - Frauen im Schatten berühmter Männer. Bereits 2006 widmete sich Eva Jankovsky in der Produktion “mozartin oder die drei Tragödien einer Schwester” der vergessenen, ebenfalls hochbegabten Schwester von Wolfgang A. Mozart. In Zusammenarbeit mit dem Russischen Theater Berlin phantasierten dabei drei Schauspielerinnen und drei Schauspieler musikalisch-spielerisch über Fakten und Fiktion der minutiös recherchierten Story um Ruhm, Ehre und Geld aus dem Hause Mozart.

weiterer Termin: 21.02.2014 ESSL MUSEUM Klosterneuburg, 19.00 Uhr
 
Aufführungsumgebung:
Indoor
Hauptzielgruppen:
Jugendliche
Erwachsene
Senioren
Anzahl mitwirkender Personen:
3