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Theater/Musiktheater
EISKIND von Elisabeth Vera Rathenböck
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Sub-Headline:
Ein Monolog über Freundschaft, Liebe und die Familie. Ein Monolog über Anorexia nervosa und Bulimia nervosa. Ein Monolog ... 
Bereich:
Sprechtheater
Kinder-/Jugendtheater
Bild:
EISKIND von Elisabeth Vera Rathenböck
Beschreibung:
OiFT präsentiert eine Produktion der
"Bruckmühle Pregarten"

Premiere und Theateruraufführung beim
"Internationalen Theaterfestival Schäxpir"
u/hof Linz - Juni 2008


Kennt die Gesellschaft ihre Kinder?

Der Monolog „Eiskind“ stellt Anorexia nervosa (Magersucht) und Bulimia nervosa (Eß-Brech-Sucht) ins Rampenlicht. Die Psychoanalyse und -therapie betrachten diese beiden Symptome längst nicht mehr als „Modekrankheiten“, die einem Schlankheitskult entspringen, vielmehr ist es immer wichtiger geworden, die Familienzusammenhänge, aus denen die Betroffenen stammen, zu durchleuchten.


Kathrin ist auf der psychotherapeutischen Station eines Krankenhauses. Sie hat es bereits geschafft; sie hat den Kreislauf „Essen-Brechen“ überwunden. Nun blickt sie auf den Verlauf ihrer „Esssucht-Karriere“ zurück:

Kathrin steht im ersten Teil des Monologs vor der Matura. Sie hat sich gerade in Martin verliebt, kann das aber in der Familie nicht sagen. Es ist kein Platz dafür. Sie will Zeit für sich haben, träumen, CDs hören, Kino gehen, schwärmen, Jungs treffen. Sie will nicht mehr täglich Klavier üben.

Als Kathrin von ihrer Freundin Judith erfährt, dass ihr Schwarm Martin auf schlanke, hagere Mädchen steht, wird sie unzufrieden mit sich selbst. Sie bewundert Judith, weil die ihr stark und unabhängig vorkommt. Außerdem ist Judith schlank und sieht gut aus. Kathrin beginnt mit dem Essen bzw. Nicht-Essen zu experimentieren und schlittert in Magersucht hinein, die in der Folge in Bulimie übergeht. Von nun an bestimmt der Kreislauf „Essen-Brechen“ ihr Leben. Doch sie versucht auszusteigen…
 
Aufführungsumgebung:
Indoor
Hauptzielgruppen:
Jugendliche
Erwachsene
Anzahl mitwirkender Personen:
1 
Programmdauer (in Minuten):
70 
Anforderungen Bühne:
5x7 
Benötigte Technik
(vom Veranstalter zu stellen):
Tontechnik
Lichttechnik
Videobeamer
Allgemeine Kritiken, Rezensionen ⁄ Berichte:
Oberösterreichische Nachrichten:

Aufs Eis gelegte Gefühle

Eiskind: uhof: Theater für junges Publikum, Linz (19. Juni) ***** Sterne

Ein Mädchen betritt die Bühne, setzt sich: „Hallo. Ich bin Kathrin.
Ich bin okay und in guter Verfassung.“ Im Hintergrund, eine Videosequenz: ein Mädchen, das sich würgend über die Toilette beugt.

Mit „Eiskind“, einer Produktion des Kulturhauses Bruckmühle (Pregarten), gibt Autorin Elisabeth Rathenböck einen differenzierten Einblick in die mögliche Entstehung einer Essstörung, beleuchtet das familiäre Umfeld wie Hintergründe, deckt Mechanismen auf. Susanna Bihari ist das „Eiskind“ Kathrin. In Form eines Monologs lässt sie das Publikum auf beklemmende Weise teilhaben an ihrem Leben, in dem Gefühle auf Eis liegen, Leistung das Maß aller Dinge ist. Konzertpianistin soll sie werden, so hat es der Vater für sie bestimmt: „Niemand hat dich so gerne wie ich.“

Da ist Judith, Kathrins „beste Freundin“, der anscheinend alles gelingt. Wohl weil sie so schlank ist. Und Martin, der nur auf dünne Mädchen steht. Wie Judith. Die elterliche Kontrolle macht auch vor Kathrins Zimmer nicht halt. Im Hintergrund stöckeln Models über die Leinwand. Zwei Scheiben Brot und ein Apfel heute, nur ein Eis morgen. Durch das Hungern fühlt sie sich stark, allen Anforderungen gewachsen: „Es läuft gut mit mir.“ Doch das Eis, auf dem sie sich bewegt, ist dünn. Scheinbar harmlos, mit ein paar Kilo weniger auf der Waage, schleicht sich die Krankheit in Kathrins Leben und ergreift immer mehr von ihr Besitz. Die Magersucht geht über in Bulimie, Essen und Erbrechen bestimmen den Tag: „Ich kaufe zwei Säcke Lebensmittel täglich, fresse und erbreche.“

Regisseur Ulf Dückelmann scheut nicht davor zurück, den Leidensweg und die Verzweiflung der Betroffenen in aller Deutlichkeit und Brutalität aufzuzeigen. Eine beklemmend authentische wie hellsichtige Anamnese einer teuflischen Krankheit, die unter die Haut geht.

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Neues Volksblatt:

Gefangen in der zerstörerischen Spirale
zwischen Fressen und Kotzen

Dicht am Puls der Zeit: Beeindruckendes Monodrama „Eiskind“ der oö. Autorin Elisabeth Vera Rathenböck, packend umgesetzt im Linzer uhof: als Produktion der Bruckmühle Pregarten

„Nur eine Kugel Eis und sonst nichts“, gönnt sich Kathrin an manchen Tagen oder eine Handvoll Keksbrösel. Es gibt aber auch die Zeiten, wo sie den vollen Kühlschrank leerfrisst, um dann stundenlang überm Klo zu hängen und die bedrohlichen Kalorien wieder loszuwerden. Nach vier Jahren immer verzweifelterem Kampf gegen diesen Teufelskreis und die (Sehn)-Sucht, endlich so dünn zu werden, um von ihrer Freundin Judith und dem Feschak Martin akzeptiert zu werden, ist die junge Frau in einer psychiatrischen Station gelandet. Hier lernt sie mühsam, „Ich bin okay“ zu sich selber zu sagen, und den Schritt zurück in ein Leben zu wagen, wo sich nicht alles nur noch ums Essen dreht.

Der Gefahr, bei diesem nur allzu aktuellen Thema in die Falle der Zeigefinger-Betroffenheit zu tappen, entgeht Elisabeth Vera Rathenböck in ihrem klug strukturieren Monolog „Eiskind“, der in der Inszenierung von Ulf Dückelmann eine gelungene Umsetzung erfährt.

Sensibel und unter der stimmigen Einbeziehung des Mediums Video und beklemmender Recherchen in Internet-Foren, die die Magersucht verherrlichen, wird die Innensicht Kathrins und das Umfeld ihrer Familie skizziert — wie auch der Gruppendruck, der unter jungen Leuten herrscht. Echte Gespräche gibt es kaum zwischen Kathrin und ihren Eltern, Anerkennung bekommt sie hier vor allem für gute Noten und die Verwirklichung des väterlichen Traums von der Musikerkarriere.
Die Panik vor jedem Bissen, der „fett macht“, die Angst vor dem Kontrollverlust, das Sich-Drüber-Wegleugnen, die Krankheit und das eigene Leben längst nicht mehr im Griff zu haben, die zunehmende Isolierung und Selbstaufgabe: Die freischaffende junge Schauspielerin Susanna Bihari erarbeitet eindringlich all diese Facetten ihrer Figur und hielt damit das beeindruckte junge Uraufführungspublikum am Freitagvormittag im Linzeruhof: über eine Stunde lang in ihrem Bann.

Man kann diesem „Eiskind“, das sich auch als Gastspiel für Schulen und andere Bühnen eignet (eine Aufführungsserie im Oktober in der Bruckmühle Pregarten ist bereits fixiert) nur möglichst viele Zuschauer(innen) wünschen, die ihr eigenes Essverhalten und etwaige „freiwillige“ Hunger- und Brech- attacken hinterfragen.

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Kronenzeitung:

Rathenböcks „Eiskind“ im u/hof: uraufgeführt:

Beklemmender Monolog


„Ich bin zu fett!“ – Die Schriftstellerin Elisabeth Vera Rathenböck hat mit „Eiskind“ einen beklemmenden Theatermonolog für eine Schauspielerin geschrieben. Beim Schäxpir-Festival präsentierte das Kulturhaus Pregarten eine beeindruckende Uraufführung mit einer fabelhaften Darstellerin.

Kathrin ist verliebt. Aber ihr Schwarm nimmt sie nicht zur Kenntnis, weil sie (angeblich) nicht dünn genug ist. Ein verhängnisvoller Kreislauf nimmt seinen Lauf: Erst kommt das Hungern, dann die Magersucht, schließlich die Bulimie, die Ess-Brech-Sucht.

Susanna Bihari gibt der Kathrin im Linzer u/hof ein Gesicht: ein schönes, ein verwundetes, ein geschundenes, ein hoffnungsvolles.

In der Regie von Ulf Dückelmann wird das Thema lebendig und einfühlsam aufgearbeitet. Äußerst geschickt sind die eingearbeiteten Videosequenzen montiert. Ein Glücksgriff!

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Kurier - Rückblick Schäxpir Festival:

Fulminanter Abschluss:

Einer der Schwerpunkte beim Festival Schäxpir ist heuer Live-Musik auf der Bühne …
…Eiskind

Musik, allerdings nicht live, spielt auch eine die jeweiligen Stimmungen untermalende Rolle in „Eiskind“ der österreichischen Bühne Kulturhaus Pregarten. Wie es Jugendliche sehr oft lieben, höchst direkt angesprochen, spielt Susanna Bihari sehr glaubhaft in einer Art szenischen Monolog die Geschichte der jungen Kathrin, die an Bulimie leidet. Die innere Leere füllt sie mit Fressen, das sie gleich wieder rauskotzt, um ja dünn genug zu sein, um anderen gefallen zu können.

Genial eingesetzt werden hier auch Video-Passagen, beispielsweise, wenn Kathrin mit sich selbst im Zwiespalt liegt, mit ihrem zweiten Ich sozusagen diskutiert - dann passt die zweite, filmische Ebene ausgezeichnet, ist mehr als bei so manchen Theaterproduktionen ein nettes Techno-must-have. …