Russisches Blasorchester in Österreich
Blasmusik aus Russland
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Allgemeine Daten
Russisches Blasorchester in Österreich
Name:
Russisches Blasorchester in Österreich
Künstlerische Tätigkeit:
U-Musik
E-Musik
Volkskultur

Biographie:
Unser Verein „Russisches Blasorchester in Österreich“ hat es sich zum Ziel gesetzt, die in Österreich zu Unrecht weniger bekannte, jedoch bezaubernde Blasmusikliteratur des alten und neuen Russland, der UdSSR sowie von deren Nachfolgestaaten zu pflegen und möglichst authentizitätsnah wiederzugeben. Es sind dies vorwiegend:
➔ zündende Märsche und herzzerreißende Moll-Klangwolken alter russischer Walzer (mit Melodien, die sich eng an das russische Volksliedgut anlehnen),
➔ Transkriptionen bekannter konzertanter Werke großer russischer und sowjetischer Komponisten (M.I. Glinka, A.P. Borodin, P.I. Tschajkovskij, R.M. Gliere u.a.),
➔ Blasmusikbearbeitungen von Volksmusik und Folklore in weiterem Sinn (in traditioneller und modernerer Tonsprache),
➔ Musik zu populären russischen Filmen der Vergangenheit und Gegenwart,
➔ Bläserkammermusik (v.a. Brass) von russischen und sowjetischen Komponisten
➔ gehobene russische Unterhaltungs- und Schlagermusik in „Salon“-Besetzung
➔ Originalblasmusikwerke (auch sinfonisch) und dergleichen.

Die Erfahrung hat gezeigt, dass diese Musik überraschenderweise auch heute breite Publikumsschichten anspricht. Üblicherweise treten wir unter anderem auch bei offiziellen Anlässen mit thematischem bzw. kulturellem Russlandbezug bzw. bei „internationaler“ Ausrichtung von Musikveranstaltungen auf.

Aktiv seit:
2000

Über ...
Sub-Headline:
Blasmusik aus Russland 
Beschreibung allgemein:
Wir spielen möglichst „originalgetreu“:
- Zündende Märsche und herzzerreißende Walzer-Klangwolken aus dem alten Russland
- Konzertante und symphonische Werke großer Komponisten aus dem alten Russland, der Sowjetperiode und den GUS-Staaten – bearbeitet für Blasorchester oder Kammerensembles
- Originalblasmusik aus Russland und den GUS-Staaten – zu Unrecht im Westen wenig bekannt
- Blasmusikbearbeitungen von russischer Volksmusik, Musik aus Filmen und gehobene U-Musik
- Bläserkammermusik
 
U-Musik
Typ:
Band
Anzahl Bandmitglieder: 45
Genre:
Oldies
Weltmusik
traditionelle und konzertante Blasmusik
Eigene PA vorhanden:
Ja
Referenz-Spielorte:
Perchtoldsdorf - Burg (Festsaal), Bad Schönau - Musikpavillon im Kurpark, Internationales Musikfestival Heldenberg 2005, Internationales Musikfestival "BLUVAL" Straubing-Geiselhöring (Bayern, BRD) 2005, Wiener Bezirksfestwochen, Wiedner Europatage 2000 und 2002, Russische Kulturtage in Kroatien (Hotel Sheraton - Zagreb), "Napoleon in Hollabrunn" 2007, Benefizgalakonzert im ORF Radiokulturhaus Wien 2009, 75-Jahr-Jubiläum der Pfarre Neufünfhaus, Jubiläumskonzerte in St. Andrä-Wördern und in Traiskirchen u.a. 
Allgemeine Kritiken, Rezensionen ⁄ Berichte:
"Das war russische Blasmusik vom Feinsten"
Russisches Blasorchester musizierte im Rahmen von "Bluval" in Geiselhöring Geiselhöring.
(aha) Am Freitagabend gastierte im Rahmen des 11. Internationalen Musikfestivals "BLUVAL" das russische Blasorchester in Österreich in der Geiselhöringer Labertalhalle und überzeugte durch eine hervorragende Leistung. Ob zündende Märsche, schwungvolle Walzer oder konzertante Werke - das abwechslungsreiche Programm bot für jeden Geschmack etwas. Das durchwegs aus sehr begabten Amateurmusikern bestehende Orchester ließ sich durch die leider für einen Ort wie Geiselhöring beschämend geringe Besucherzahl nicht die Motivation nehmen, sondern bereitete mit echt russischen Klängen trotzdem ein beeindruckendes musikalisches Erlebnis.
Zu Beginn des Konzertes berichtete Eleonora Anderl-Dubrovina, die als Moderatorin durch den Abend führte, kurz über die Entstehungsgeschichte dieses ungewöhnlichen Blasorchesters. Ihr Ehemann Erich Anderl, der Dirigent der Musikgruppe, habe schon vor 20 Jahren noch als Mitglied der "Militärmusik Niederösterreich" an russischer Musik Gefallen gefunden und sich nach und nach Notenmaterial in der früheren UdSSR beschafft. Freilich sei die Bereitschaft der vorhandenen Blasorchester in Österreich, russische Blasmusik zu spielen, sehr gering gewesen oder aber die Interpretationsweise habe zu wünschen übrig gelassen. So sei vor etwa sechs Jahren die Idee geboren worden, ein eigenes Blasorchester zu gründen, welches sich ausschließlich der Blasmusikkultur Russlands und anderer GUS-Staaten widmen und auch das Ziel einer authentizitätsnahen Interpretation verfolgen sollte.
Aus aller Herren Länder
Das "Russische Blasorchester in Österreich" habe sich nach längerer Suche qualifizierter und begeisterter Musiker und nach angelaufener Proben- und Konzerttätigkeit konstituiert. Anfangs sei das Orchester für in Österreich lebende russischsprachige Musiker gedacht gewesen, doch dann hätten sich Musiker aus verschiedenen Nationen zusammengefunden: Österreicher, Deutsche, Schweizer, Tschechen, US-Amerikaner, Schweden, Bulgaren, Koreaner und Australier. Musikalischer Leiter sei seit Beginn Erich Anderl. Das heutige Konzert, so die Moderatorin, sei gewissermaßen ein Jubiläumskonzert. Vor 60 Jahren sei der 2. Weltkrieg beendet worden und vor 50 Jahren habe Österreich durch die Unterzeichnung des Staatsvertrages seine Freiheit und Unabhängigkeit wieder erlangt. Mit dem "Marsch des Preobrazeskij- Regiments" wurde dann das Konzert eröffnet. Und hier zeigte Dirigent Erich Anderl, wie gut er sein Orchester im Griff hatte. Exakt die Einsätze, sofortige Reaktion auf seine wenig theatralischen Dirigierbewegungen und imponierende Wechsel vom Fortissimo zum Piano. Machtvoll erklang danach die "Hymne an die Große Stadt" aus dem Ballett "Der eherne Reiter". Mit der "Großen Stadt" ist Leningrad (heute wieder St. Petersburg) gemeint und "Der eherne Reiter" ist Zar Peter der Große. Das Orchester erzeugte unter seinem Dirigenten eine machtvolle Klangwolke, in der man die Prachtbauten der Stadt an der Newa allmählich in der aufgehenden Sonne erstrahlen sah.
Geschichtsunterricht
Vom Komponisten M. I. Glinka war der nächste Konzertbeitrag, betitelt "Marsch des Cernomor" aus der Oper "Ruslan und Ludmilla". Glinka ist vom Musikstil her das russische Pendant zum Deutschen Karl Maria von Weber. Seine Opernmusik enthält Einflüsse aus dem volksmusikalischen Bereich. Heiter und verspielt erklang der "Marsch des Cernomor", des kleinen Bösewichts. Der Krieg Russlands gegen die Mandschurei war der geschichtliche Hintergrund für den nächsten Programmpunkt "Auf den Kuppen der Mandschurei". Russland hatte dabei vor genau 100 Jahren gegen die Mandschurei eine vernichtende militärische Niederlange einstecken müssen. I. Shatrov komponierte darüber einen herrlichen Hymnus auf die schöne russische Landschaft des Fernen Ostens. Typisch russische Klänge im Dreivierteltakt mit gewaltigen Crescendi beeindruckten dabei die Zuhörer. Ein Höhepunkt im ersten Teil des Konzertabends war das "Scherzo für Klarinette und Orchester" des 1990 im Alter von nur 32 Jahren verstorbenen E. Martyrow. Vom Komponisten ursprünglich für Klarinette und Klavier geschrieben, erklang es in einer gelungenen Bearbeitung für Blasorchester. Es schien, als sei dieses Stück dem Klarinettensolisten Libor Havelka aus dem tschechischen Brünn geradezu auf den Leib geschrieben, der mit großer Ausdruckskraft und technischer Perfektion spielte. Nach dem bewegten Einleitungsteil folgte ein romantisches Trio und endete in einem fulminanten Finale. A. Joyce ließ im folgenden Walzer "Herbsttraum" vor den Augen der Zuhörer die in Gold getauchten herbstlichen Birkenhaine aufleuchten und die Freude der Menschen über den Abschluss der Erntezeit erleben. "Leuchte, leuchte, mein Stern" hieß die russische Romanze von P. Bulachov, die anschließend auf dem Programm stand. Dieses Werk aus der russischen Romantik bot dem Tenor Michael Wagner, der auch als Klarinettist im Orchester mitwirkte, Gelegenheit, sein gesangliches Können unter Beweis zu stellen. Wunderbar weich, trotzdem tragfähig in der Stimme und ausdrucksstark sang er dieses schwermütige Lied in russischer Sprache, dezent begleitet vom Blasorchester. Aus Armenien, der ehemals kleinsten der Sowjetrepubliken, stammt B. Grigorjan, der Komponist des letzten Musikstückes im ersten Konzertteil.
Hymne auf Moskau
"Ararat" war es betitelt und es erklang gleichsam als ein Loblied auf diesen Berg, das Heiligtum und Wahrzeichen Armeniens. Das Rasseln von Säbeln, aber auch die Anmut der Landschaft und die Fröhlichkeit der Menschen versuchte dieser für einen internationalen Musikwettbewerb geschriebene Marsch auszudrücken. Mit einer 1977 komponierten festlichen Hymne auf die russische Hauptstadt Moskau von A. Gazmanov wurde der zweite Teil des Konzertabends eingeleitet. Dieser Marsch sollte eine Erinnerung an die heldenhafte Verteidigung Moskaus im Zweiten Weltkrieg sein. Auch das nächste Konzertstück "Gerissene Saiten", ein Walzer, nahm auf ein geschichtliches Ereignis Bezug: die Freude über das Ende des Weltkrieges. Damals hatten die Menschen vor Freude und Begeisterung in den verwüsteten Straßen der russischen Städte getanzt. Sehnsucht nach Frieden und den Lieben in der Heimat beschreibt das russische Filmepos "Der Große Vaterländische Krieg". Birkenhaine stehen darin als nationales russisches Symbol und für den Traum der Soldaten an der Front nach glücklicher Heimkehr. Deshalb trägt auch die Kennmelodie des Filmes, den Titel "Birkenträume". Vom Blasorchester wurde dieses Stück als nächstes dargeboten. Eine tragisch endende Dreiecksbeziehung schildert der Film "Mein zärtliches und zartes Tier". Einen Walzer daraus spielte dann das Orchester. Den Rhythmus des Walzers hatte der Komponist schwankend gesetzt, wohl um anzudeuten, dass die im Film geschilderte Liebesbeziehung nicht tragfähig sein wird. Ein überraschender Schluss deutete ihr jähes Ende an. Dass das Blasorchester aber auch swingende Melodien glänzend zu spielen versteht, bewies es bei "Ich schreite durch Moskau" von A. Petrov. Auch im folgenden Stück "Schwarze Augen", von A. Chalilov, erklangen alte russische Melodien in neuem Gewand, bei denen sich alle Instrumentengruppen präsentieren konnten. Vom selben Komponisten stammte auch die Melodienfolge "Russische Seele". Was für Österreich der "Radetzky-Marsch" und für Bayern der "Defiliermarsch" ist, ist für Russland der Marsch "Der Abschied der Slawin". Unter seinen Klängen zogen Russlands Soldaten in den Krieg, marschierten bei Siegesparaden oder beendeten die Besatzung Österreichs oder Deutschlands. Mit diesem schwungvollen Marsch und zwei erklatschten Zugaben beendete das Russische Blasorchester in Österreich das beeindruckende Konzert in der Labertalhalle.
Blamable Zuschauerzahl
Bürgermeister F. X. Stierstorfer überreichte abschließend kleine Präsente an Dirigent und Moderatorin und würdigte die großartige musikalische Leistung des Blasorchesters. Auf die blamable Zuhörerzahl eingehend, zog er als Fazit: "Den Daheimgebliebenen geschieht Recht. Sie haben viel versäumt!"
 
Produkte (CD, DVD, etc.):
CD "Blasmusik aus Russland" 
E-Musik
Typ:
Orchester
Anzahl Mitglieder: 45
Gattung:
Symphonie Kammermusik
Lied & Arie Chormusik
sinfonische Blasmusik  
Instrumente:
Kontrabass Querflöte Oboe
Klarinette Fagott Klassisches Saxophon
Horn Trompete Posaune
Tuba Schlagwerk weitere Blasinstrumente
Referenz-Spielorte:
Wiedner Europawochen 2000 und 2002, Wiener Bezirksfestwochen, Internationales Musikfestival Heldenberg 2005 (NÖ Landesausstellung), Russische Kulturtage in Kroatien 2003 (Hotel Sheraton - Zagreb), Internationales Musikfestival "BLUVAL" Straubing-Geiselhöring 2005, Kurkonzerte Bad Schönau, "Napoleon in Hollabrunn" 2007, Perchtoldsdorf - Burg (Festsaal), Konzertreihe Kaltenleutgeben, Benefizgalakonzert im ORF Radiokulturhaus Wien 2009, 75-Jahr-Jubiläum der Pfarre Neufünfhaus, Jubiläumskonzerte in St. Andrä-Wördern und in Traiskirchen u.a. 
Allgemeine Kritiken, Rezensionen ⁄ Berichte:
"Das war russische Blasmusik vom Feinsten"
Russisches Blasorchester musizierte im Rahmen von "Bluval" in Geiselhöring Geiselhöring.
(aha) Am Freitagabend gastierte im Rahmen des 11. Internationalen Musikfestivals "BLUVAL" das russische Blasorchester in Österreich in der Geiselhöringer Labertalhalle und überzeugte durch eine hervorragende Leistung. Ob zündende Märsche, schwungvolle Walzer oder konzertante Werke - das abwechslungsreiche Programm bot für jeden Geschmack etwas. Das durchwegs aus sehr begabten Amateurmusikern bestehende Orchester ließ sich durch die leider für einen Ort wie Geiselhöring beschämend geringe Besucherzahl nicht die Motivation nehmen, sondern bereitete mit echt russischen Klängen trotzdem ein beeindruckendes musikalisches Erlebnis.
Zu Beginn des Konzertes berichtete Eleonora Anderl-Dubrovina, die als Moderatorin durch den Abend führte, kurz über die Entstehungsgeschichte dieses ungewöhnlichen Blasorchesters. Ihr Ehemann Erich Anderl, der Dirigent der Musikgruppe, habe schon vor 20 Jahren noch als Mitglied der "Militärmusik Niederösterreich" an russischer Musik Gefallen gefunden und sich nach und nach Notenmaterial in der früheren UdSSR beschafft. Freilich sei die Bereitschaft der vorhandenen Blasorchester in Österreich, russische Blasmusik zu spielen, sehr gering gewesen oder aber die Interpretationsweise habe zu wünschen übrig gelassen. So sei vor etwa sechs Jahren die Idee geboren worden, ein eigenes Blasorchester zu gründen, welches sich ausschließlich der Blasmusikkultur Russlands und anderer GUS-Staaten widmen und auch das Ziel einer authentizitätsnahen Interpretation verfolgen sollte.
Aus aller Herren Länder
Das "Russische Blasorchester in Österreich" habe sich nach längerer Suche qualifizierter und begeisterter Musiker und nach angelaufener Proben- und Konzerttätigkeit konstituiert. Anfangs sei das Orchester für in Österreich lebende russischsprachige Musiker gedacht gewesen, doch dann hätten sich Musiker aus verschiedenen Nationen zusammengefunden: Österreicher, Deutsche, Schweizer, Tschechen, US-Amerikaner, Schweden, Bulgaren, Koreaner und Australier. Musikalischer Leiter sei seit Beginn Erich Anderl. Das heutige Konzert, so die Moderatorin, sei gewissermaßen ein Jubiläumskonzert. Vor 60 Jahren sei der 2. Weltkrieg beendet worden und vor 50 Jahren habe Österreich durch die Unterzeichnung des Staatsvertrages seine Freiheit und Unabhängigkeit wieder erlangt. Mit dem "Marsch des Preobrazeskij- Regiments" wurde dann das Konzert eröffnet. Und hier zeigte Dirigent Erich Anderl, wie gut er sein Orchester im Griff hatte. Exakt die Einsätze, sofortige Reaktion auf seine wenig theatralischen Dirigierbewegungen und imponierende Wechsel vom Fortissimo zum Piano. Machtvoll erklang danach die "Hymne an die Große Stadt" aus dem Ballett "Der eherne Reiter". Mit der "Großen Stadt" ist Leningrad (heute wieder St. Petersburg) gemeint und "Der eherne Reiter" ist Zar Peter der Große. Das Orchester erzeugte unter seinem Dirigenten eine machtvolle Klangwolke, in der man die Prachtbauten der Stadt an der Newa allmählich in der aufgehenden Sonne erstrahlen sah.
Geschichtsunterricht
Vom Komponisten M. I. Glinka war der nächste Konzertbeitrag, betitelt "Marsch des Cernomor" aus der Oper "Ruslan und Ludmilla". Glinka ist vom Musikstil her das russische Pendant zum Deutschen Karl Maria von Weber. Seine Opernmusik enthält Einflüsse aus dem volksmusikalischen Bereich. Heiter und verspielt erklang der "Marsch des Cernomor", des kleinen Bösewichts. Der Krieg Russlands gegen die Mandschurei war der geschichtliche Hintergrund für den nächsten Programmpunkt "Auf den Kuppen der Mandschurei". Russland hatte dabei vor genau 100 Jahren gegen die Mandschurei eine vernichtende militärische Niederlange einstecken müssen. I. Shatrov komponierte darüber einen herrlichen Hymnus auf die schöne russische Landschaft des Fernen Ostens. Typisch russische Klänge im Dreivierteltakt mit gewaltigen Crescendi beeindruckten dabei die Zuhörer. Ein Höhepunkt im ersten Teil des Konzertabends war das "Scherzo für Klarinette und Orchester" des 1990 im Alter von nur 32 Jahren verstorbenen E. Martyrow. Vom Komponisten ursprünglich für Klarinette und Klavier geschrieben, erklang es in einer gelungenen Bearbeitung für Blasorchester. Es schien, als sei dieses Stück dem Klarinettensolisten Libor Havelka aus dem tschechischen Brünn geradezu auf den Leib geschrieben, der mit großer Ausdruckskraft und technischer Perfektion spielte. Nach dem bewegten Einleitungsteil folgte ein romantisches Trio und endete in einem fulminanten Finale. A. Joyce ließ im folgenden Walzer "Herbsttraum" vor den Augen der Zuhörer die in Gold getauchten herbstlichen Birkenhaine aufleuchten und die Freude der Menschen über den Abschluss der Erntezeit erleben. "Leuchte, leuchte, mein Stern" hieß die russische Romanze von P. Bulachov, die anschließend auf dem Programm stand. Dieses Werk aus der russischen Romantik bot dem Tenor Michael Wagner, der auch als Klarinettist im Orchester mitwirkte, Gelegenheit, sein gesangliches Können unter Beweis zu stellen. Wunderbar weich, trotzdem tragfähig in der Stimme und ausdrucksstark sang er dieses schwermütige Lied in russischer Sprache, dezent begleitet vom Blasorchester. Aus Armenien, der ehemals kleinsten der Sowjetrepubliken, stammt B. Grigorjan, der Komponist des letzten Musikstückes im ersten Konzertteil.
Hymne auf Moskau
"Ararat" war es betitelt und es erklang gleichsam als ein Loblied auf diesen Berg, das Heiligtum und Wahrzeichen Armeniens. Das Rasseln von Säbeln, aber auch die Anmut der Landschaft und die Fröhlichkeit der Menschen versuchte dieser für einen internationalen Musikwettbewerb geschriebene Marsch auszudrücken. Mit einer 1977 komponierten festlichen Hymne auf die russische Hauptstadt Moskau von A. Gazmanov wurde der zweite Teil des Konzertabends eingeleitet. Dieser Marsch sollte eine Erinnerung an die heldenhafte Verteidigung Moskaus im Zweiten Weltkrieg sein. Auch das nächste Konzertstück "Gerissene Saiten", ein Walzer, nahm auf ein geschichtliches Ereignis Bezug: die Freude über das Ende des Weltkrieges. Damals hatten die Menschen vor Freude und Begeisterung in den verwüsteten Straßen der russischen Städte getanzt. Sehnsucht nach Frieden und den Lieben in der Heimat beschreibt das russische Filmepos "Der Große Vaterländische Krieg". Birkenhaine stehen darin als nationales russisches Symbol und für den Traum der Soldaten an der Front nach glücklicher Heimkehr. Deshalb trägt auch die Kennmelodie des Filmes, den Titel "Birkenträume". Vom Blasorchester wurde dieses Stück als nächstes dargeboten. Eine tragisch endende Dreiecksbeziehung schildert der Film "Mein zärtliches und zartes Tier". Einen Walzer daraus spielte dann das Orchester. Den Rhythmus des Walzers hatte der Komponist schwankend gesetzt, wohl um anzudeuten, dass die im Film geschilderte Liebesbeziehung nicht tragfähig sein wird. Ein überraschender Schluss deutete ihr jähes Ende an. Dass das Blasorchester aber auch swingende Melodien glänzend zu spielen versteht, bewies es bei "Ich schreite durch Moskau" von A. Petrov. Auch im folgenden Stück "Schwarze Augen", von A. Chalilov, erklangen alte russische Melodien in neuem Gewand, bei denen sich alle Instrumentengruppen präsentieren konnten. Vom selben Komponisten stammte auch die Melodienfolge "Russische Seele". Was für Österreich der "Radetzky-Marsch" und für Bayern der "Defiliermarsch" ist, ist für Russland der Marsch "Der Abschied der Slawin". Unter seinen Klängen zogen Russlands Soldaten in den Krieg, marschierten bei Siegesparaden oder beendeten die Besatzung Österreichs oder Deutschlands. Mit diesem schwungvollen Marsch und zwei erklatschten Zugaben beendete das Russische Blasorchester in Österreich das beeindruckende Konzert in der Labertalhalle.
Blamable Zuschauerzahl
Bürgermeister F. X. Stierstorfer überreichte abschließend kleine Präsente an Dirigent und Moderatorin und würdigte die großartige musikalische Leistung des Blasorchesters. Auf die blamable Zuhörerzahl eingehend, zog er als Fazit: "Den Daheimgebliebenen geschieht Recht. Sie haben viel versäumt!"
 
Produkte (CD, DVD, etc.):
CD "Blasmusik aus Russland" 
Volkskultur
Typ:
Gruppe
Anzahl Gruppenmitglieder: 45
Kategorie:
Blasmusik
Gesang
sinfonisches Blasorchester und Bläserkammermusik
Referenz-Spielorte:
Perchtoldsdorf - Burg (Festsaal), Bad Schönau - Musikpavillon im Kurpark, Internationales Musikfestival Heldenberg 2005, Internationales Musikfestival "BLUVAL" Straubing-Geiselhöring (Bayern, BRD) 2005, Wiener Bezirksfestwochen, Wiedner Europatage 2000 und 2002, Russische Kulturtage in Kroatien (Hotel Sheraton - Zagreb), "Napoleon in Hollabrunn" 2007, Benefizgalakonzert im ORF Radiokulturhaus Wien 2009, 75-Jahr-Jubiläum der Pfarre Neufünfhaus, Jubiläumskonzerte in St. Andrä-Wördern und in Traiskirchen u.a. 
Produkte (CD, DVD, etc.):
CD "Blasmusik aus Russland" 2001