Alex Miksch
schaurig schöne Lieder, rauchiger Blues
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Allgemeine Daten
Alex Miksch
Name:
Alex Miksch
Künstlerische Tätigkeit:
U-Musik

Biographie:
Alex Miksch, mit seiner rauchigen Stimme, die sich im Timbre irgendwo zwischen Tom Waits und Helmut Qualtinger bewegt, und den unverwechselbaren Liedern, aus tiefster Seele interpretiert, spielt mit wunderbaren Musikern um sein Leben.

Die Texte handeln, wie könnte es anders sein, von Liebe, Verlassenwerden, Finden, Suchen etc. und sind großteils in Mundart geschrieben. Sie werden durch das interessante Arrangement und Instrumente wie Banjo, Auto-Harp und Melodica unterstützt aber auch manchmal unverhofft aus der Bahn geworfen um sogleich wieder eingefügt zu werden.

Live entsteht so eine Geschichte, die den Musikern erlaubt ihre Gefühle und die Lust am musizieren zu transportieren, eingebettet in schaurig schöne Boshaftigkeiten, Liebe, Tod, und ein humorvolles Augenzwinkern auf unsere kleinen Unzulänglichkeiten. Dabei ist Improvisation und Selbst-Entdeckung ein wesentlicher Bestandteil der Lieder.

Musik ist einfach schöner wenn sie entsteht, pulsiert und auch mal abhebt.

Aktiv seit:
1995

Über ...
Sub-Headline:
schaurig schöne Lieder, rauchiger Blues 
U-Musik
Typ:
Band
Anzahl Bandmitglieder: 3
Genre:
Rock
Blues
Singer-Songwriter
Mundart
Eigene PA vorhanden:
Ja
Referenz-Spielorte:
Radiokulturhaus (Wien), Bunkerei (Wien), Mojo Music Club (Tulln), Kultur Cafe Smaragd (Linz), Musikwerkstatt Wels, Cinema Paradiso (St. Pölten) 
Allgemeine Kritiken, Rezensionen ⁄ Berichte:
Songs wie Brunnen

Zu entdecken gilt es die womöglich schönsten Dialekt-Lieder, die hierzulande grad gesungen werden.

Der Mensch, der auf Youtube die Worte König der Kröten in die Suchmaschine tippt, wird mit einem wunderbaren kleinen Film belohnt: Da läuft ein nicht mehr ganz junger Mann mit amorphem Hut und Gitarrenkoffer durch die Wiesen und Haine einer nordösterreichischen Landschaft, dabei kommt er zu Fall, Fliegen, umschwirren ihn, die funkelnde Sonne blendet ihn ebenso wie ein eine Art Irrlicht, das an seinem benommenen Kopf vorbeischwebt. Er singt : "Auf meina Haud gspia i dei Hand, und dann knoist mi an die Wand, dann steh i auf und suach mei Gwand".

Willkommen im Kosmos von Alex Miksch, Waldviertler Sänger, Gitarrist und Liederschreiber. Die Songs seines Albums "König der Kröten", verführen dazu, quasi mit den Ohren zwinkern zu wollen, so unerhört ist das Gehörte. Zu schattseitigen Blues-Landschaften singt da eine so ramponierte wie herzenswarme Stimme von Dunkelheiten, die anziehend sind. So wie Miksch im Titelstück eben kein glatter Froschkönig, sondern der Fürst des warzigen Schwesterstammes ist ("I rutsch imma nur auf meine Knia"), so zieht er in einem anderen Song hinunter in den "Kanäu", eine Art Homo ultimus, und nimmt die einstigen Artgenossen nur noch als "Rotzn" wahr. Auf der enigmatischen und doch heimeligen Nummer "Heaz im Woid" hat der Getriebene sein waidwundes Herz unter einem alten Baum vergraben, wo es schläft, bis die Zeiten besser sind.

Miksch, Schöpfer dieser lichtarmen und doch keineswegs deprimierenden Gegenwelt, hätte sich goldene Zeiten verdient. Bei seinen brunnenhaft tiefen Stücken handelt es sich um die vielleicht schönsten Dialektsongs des Landes, eins von ihnen hat es nicht umsonst gerade auf Anhieb in die angesehene deutsche Liederbestenliste der Rundfunkanstalten geschafft.

Alex Miksch ist ein sanfter, zurückhaltender Mann von 41 Jahren, und er erklärt sein so spätes Erscheinen auf der wackeligen österreichischen Liederbühne mit einer zweiten Geburt. Im früheren Leben, sagt er, sei er ja aufstrebender Rockstar gewesen. Miksch meint die Neunziger Jahre. In der Tat war er damals Songschreiber und Gitarrist der Kremser Prog-Metalband Faust An Der Donau die in Niederösterreich kultisch verehrt wurden, ihren unmittelbaren Wirkungskreis aber nie wirklich verlassen durften. Kurz vor Ende des Jahrtausends machten sich Miksch und sein Sänger noch nach Los Angeles auf, um dort Mikschs Erbschaft in einen großen Produktions-Coup zu investieren. Der Plan mißlang, das Geld war weg, die Band zerbrach wie auch die damalige Beziehung des Musikers.

Der Gitarrenspieler Miksch verschwand in jenem Tunnel, aus dem jetzt der Sänger Miksch wieder auftauchte. Man kann sagen, er singt mit einer Stimme, die nie jung gewesen ist. Zu den eigenen Songs mischt er Stücke von Waits („Da Schokoladn-Jesus“) oder Rogers & Hammerstein („Iangdwo do hintan Rengbogn“), die er mit traumwandlerischer Stilsicherheit übersetzt hat, selbst Dylans rätselhaftes Endzeit-Gemälde „Not Dark Yet“ ist als „Nu Ned Finsta“ ins Waldviertler Kulturgut eingegangen.

Seine Band nennt der Liedermacher die „Koda Komisch Kombo“, aktuell sind das Gerhard Buchegger (p), Josef Kolarz-Lakenbacher (reeds), Georg Schmelzer-Ziringer (b) Hannes Forstreiter (dr).

CD: Miksch & die Koda Komisch Kombo: KÖNIG DER KRÖTEN ( 2007, phonotop)

FALTER
von Ernst Molden, Jahrgang 1967,
lebt als Liedermacher und Autor in Wien.
Zuletzt erschienen seine beiden Alben
WIEN und FOAN (monkey).
 
Produkte (CD, DVD, etc.):
CD: "Straße des Hundes" und "König der Kröten"
auf der Seite
www.alexmiksch.at zu bestellen