Robert Trsek
Mein Verständnis von Malerei hat mit "Still-Sein" zu tun.
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Allgemeine Daten
Robert Trsek
Name:
Robert Trsek
Künstlerische Tätigkeit:
Malerei & Grafik

Biographie:
1985 Diplom an der Kunstuniversität Linz, seither als Maler, Graphiker, Medailleur und Stahlstecher tätig.

Von 1992 - 2001 Lehrtätigkeit an der Kunstuniversität Linz, Meisterklasse Malerei und Mk-Architektur.

Arbeiten im Besitz von öff. Institutionen und Privatsammlungen, wie zB: in der Sammlung Prof. Leopold/Wien.

Lebt und arbeitet in Kärnten.

Aktiv seit:
1978

Über ...
Sub-Headline:
Mein Verständnis von Malerei hat mit "Still-Sein" zu tun. 
Beschreibung allgemein:
Robert Trsek über Malerei:

Mein Verständnis von Malerei hat mit "Still-Sein" zu tun. Es passiert im besten Falle mit Welt, Maler und Bild oder mit Bildwelt und Betrachter... so etwa wie einem Zenmeister, der vom Gleichklang "Sonnenaufgang, Sonne aufgehen lassen" spricht.
Malerei ereignet sich als Phänomen des Augensinns, und der "Sinn" ergibt sich durch das Sehen-an-sich. Reines Sehen - wie es hier verstanden wird - ist ein geistiges Ergreifen. Daher konnte Leonardo sagen: "Unser ganzes Wissen beruht auf Schauen".
Ein Bild zu erfahren als ein Ausgebreitet-Sein von Welt in der Fläche, als einen Tanz ineinandergreifender Mittel - das ermöglicht eine Ordnung, die über die Darstellung hinausweist. So ein Bild ist eine Sprache nicht des Denkens, sondern der Augen.
Gregory Bateson meint, daß der Verlust der (ästhetischen) Einheit möglicherweise der schwerwiegendste erkenntnistheoretische Fehler sei, der je von der Menschheit gemacht wurde.
Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile. Dieses "Mehr" sichtbar machen zu wollen, fordert mein unvoreingenommenes In-der-Welt-Sein. So ist die sinnlich erfaßbare Welt Ausgangspunkt als auch Kontrapunkt meines Schaffens geworden.
 
Malerei & Grafik
Darstellungsform:
GEGENSTÄNDLICH
      Portrait
      Figur
      Landschaften & Architektur
      Thema
NICHT GEGENSTÄNDLICH
Technik:
Öl Tempera
Acryl Mischtechnik
Aquarelle Kohle
Graphit Grafito
Ausbildung:
Studium der Malerei und Grafik an der Kunstuniversität in Linz

1992 - 2001 Dozent für Farbenlehre und Morphologie der bildenden Kunst an der Kunstuniversität für Gestaltung in Linz
 
Referenz-Ausstellungsorte ⁄ Galerien:
Ausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen (Auszug):
Kulturinstitut Moskau und Leningrad,
FIDEM / Den Haag / Holland
Schlossgalerie der Stadt Steyr / OÖ
Galerie Forum / Wels / OÖ
Kunstuniversität Linz / OÖ
Galerie Haemmerle / Vbg.
Stift Seitenstetten / NÖ
Galerie Kärnten / K
Dokumentationsarchiv / St. Pölten / NÖ
Galerie NeunZenDorf / OÖ
Amthofgalerie / Feldkirchen/K
Palais Liechtenstein / Feldkirch / Vbg.
Österreichisches Kulturinstitut in Paris / F
Galerie Freihausgasse / Villach / K
Galerie Papessa / Wien
 
Werke in Sammlungen:
Ja
Beschreibung:
Mehrere Arbeiten im Besitz von:
Sammlung Prof. Dr. Rudolf Leopold / Wien
Sammlung Land Kärnten
Sammlung Stift Seitenstetten / NÖ
Sammlung Hedi und Hartwig Schlattinger-Zehle / Vbg
Kunsthistorisches Museum / Wien
Albertina / Wien
Allgemeine Kritiken, Rezensionen ⁄ Berichte:
Prof. Dr. Rudolf Leopold über Robert Trsek:

Es gibt zum Glück noch Künstler - und Robert Trsek gehört zu Ihnen -, die nicht der Meinung sind, die Malerei sei tot, sei überflüssig geworden. Und sie genieren sich auch nicht, in Ihrer Arbeit von der Natur ihren Ausgang zu nehmen und dazu von Snobs als rückständig oder unaktuell angesehen zu werden.
In Wahrheit kommt es ja nur darauf an, was man aus einem Motiv macht, ob der Künstler es eigenständig, seinem Wesen Entsprechend, zu gestalten vermag.
Trsek zeichnet und malt Landschaften, Bäume, Häuser, Akte und Bildnisse. Dabei entsteht kein Konterfei; Trsek geht es um ein Herausdestillieren der reinen Form. Von verschiedenen Seiten macht er sich an sein Thema heran. Nach eigener Erklärung
sieht er die Dinge immer wieder neu und erlebt sich selbst im Wandel seiner Empfindungen. Malerei ereignet sich als Phänomen des Augensinns, und der "Sinn" ergibt sich durch das Sehen an sich. Reines Sehen - wie es hier verstanden wird - ist ein geistiges Ergreifen.


Prof. Eric Ess über Robert Trsek:

Er lebt auf tausend Metern Höhe, vor sich den weiten Blick über das Tal, im Rücken einen großen Wald. Er erlebt die Natur, den Wechsel der Jahreszeiten und die Regungen in seinem Inneren. Es ist ein ständiger Fluß, dessen Elemente sich verbinden, wieder trennen und neu zusammenfinden. Eines reibt sich am anderen, das Ganze verdichtet sich, sucht einen Ausdruck und tritt damit in einen neuen Prozess ein, in dem die eigentliche Formung stattfindet. Außen und Innen, Gesehenes und Gefühltes, Gewußtes und Geahntes stoßen auf der neutralen Bildfläche aufeinander, versetzen sie in Bewegung und machen sie zu einem imaginären Raum, zu einer imaginären Welt. Das, was Gedanke oder Gegenstand war, tritt aus der Vereinzelung heraus und dient dem Übergeordneten, das sich als Malerei und durch die Malerei manifestiert. Dann sind die Weite des Tales, die Erhabenheit des Waldes und die Person des Malers nicht mehr getrennt, sondern Klingen zusammen in jener Einheit, die die Sehnsucht des Menschen ist.


Prof. Heimo Kuchling über Robert Trsek:

Die Studien und Bilder von Robert Trsek weisen auf ein in der bildenden Kunst grundlegendes Problem hin: ob sinnlich Wahrgenommenes mit abstrakten Mitteln verbildlicht werden kann. Das Abstrakte ist Idee, das sinnlich Wahrgenommene wird an den "Gegenstand" geheftet, und so scheint das Eine das Andere auszuschließen.
Wahrnehmungen werden, wenn über sie reflektiert wird, zu Erfahrungen, und somit zu geistigem Gut. So stellt sich die Frage ein, ob es Ideen ohne derartige Erfahrungen geben kann. Religiöse Ideen wurzeln wohl im Verhältnis der menschlichen Psyche zu ihrer sinnlich erfahrbaren Umwelt, und das dürfte der Grund dafür sein, daß sie auf die bildende Kunst befruchtend einwirken konnten: Idee und sinnliche Erfahrung schlossen sich nicht aus, sie waren vielmehr voneinander abhängig. Schon Platon sah die Welt nicht gegenständlich zersplittert, sondern als Idee, als bildhafte Einheit, und Jehova erschien dem Moses nicht bildlos - im eigentlichen Sinne abstrakt -, sondern als brennender Dornbusch, als Bild, und der christliche Gott schickte seinen Sohn auf die Erde, wo seine Göttlichkeit ein menschliches Schicksal erleidet. Der sichtbare "Gegenstand" ist nicht tot, er ist lebendig, und so ist das Verhältnis des Menschen zu seiner Umwelt psychisch bedingt und damit schicksalshaft. Der Mensch hat die Gabe der Reflexion und der Interpretation, und die Ergebnisse könnten Ideen genannt werden. Um auf den vorliegenden Fall zurückzukommen: ein Ast hängt herunter, der Baumstamm ragt in die Höhe. Im Bild ist diese sogenannte "Gegenständlichkeit" Figur: die Krümmung des Astes wurde zu fallenden Kurven, der Stamm zu einer senkrecht aufsteigenden Geraden. Ast und Stamm werden so zur Idee des Sinkens und des Aufsteigens, zu Gegensätzen, die ausdrucksstark sind, weil sie Schicksal ahnen lassen, Idee ist Bild.
Idee kann nur Bild und Bild nur Idee werden, wenn sinnliche Erfahrung und Reflexion sich die Waage halten, das Eine darf das Andere nicht ausschließen, sie müssen einander bedingen: Ein Prozeß, dessen Ausgang nicht vorherbestimmt werden kann, der vielmehr ein Abenteuer ist, dessen Ende niemand kennt. Der Maler hat diesen Prozeß eingeleitet, er steht im Spannungsfeld zwischen seinem Menschsein und seiner sinnlichen Erfahrung. Er spürt, daß sich, was sich seinen Augen darbietet, für ihn nicht in einer "Gegenständlichkeit" erschöpft, sondern erst Welt - Idee - werden muß, um Bild werden zu können. Der Weg zum Bild ist eine Abstraktion sinnlicher Eindrücke, ein Klärungsprozeß, der eine Idee ermöglicht, in der die Einheit des Bildes beschlossen ist. Ein fernes Ufer wird sichtbar, das nicht aus den Augen verloren werden darf.
 
Preise ⁄ Auszeichnungen:
Talentförderpreis des Landes Oberösterreich (Malerei)